Der Bundesrat hat Änderungen des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV) verabschiedet. Für Abschlüsse der höheren Berufsbildung wurden Titelzusätze eingeführt, um ihre Sichtbarkeit auf Tertiärstufe zu stärken und ihre Einordnung insbesondere auf internationaler Ebene zu erleichtern.
Seit dem 1. Oktober 2026 sind alle Inhaberinnen und Inhaber eines Abschlusses der höheren Berufsbildung berechtigt, den entsprechenden Titelzusatz zu führen – unabhängig davon, wann sie ihren Abschluss erworben haben.
Der Titelzusatz wird zusammen mit dem geschützten Titel und nach diesem geführt.
Die bestehenden eidgenössischen Fachausweise und Diplome behalten ihre volle Gültigkeit. Das SBFI stellt für bereits erworbene Abschlüsse keine neuen Urkunden aus.
Seit dem 1. Oktober 2026 steht auf der Website des SBFI ein Begleitdokument zum eidgenössischen Fachausweis oder Diplom zum Download zur Verfügung, das die Berechtigung zur Führung des Titelzusatzes bestätigt und der Urkunde beigefügt werden kann.
Ab Mitte Oktober 2026 kann beim SBFI ein Diplomzusatz beantragt werden, auf dem der Titelzusatz «Professional Bachelor» bzw. «Professional Master» aufgeführt ist.
Personen, die das Zertifikat «Polizistin / Polizist» vor der Einführung des eidgenössischen Fachausweises im Jahr 2004 erworben haben, gelten als berechtigt, die Berufs- bzw. Funktionsbezeichnung, jedoch nicht den vollständigen geschützten Titel zu führen. Folglich kann kein neuer Titelzusatz beantragt werden.
Weitere Informationen sowie ein FAQ zu den neuen Titelzusätzen und zur Umsetzung der Massnahmen finden Sie auf der Website des SBFI.
Die Organisation der Arbeitswelt (OdA) Polizei begrüsst die Einführung der neuen Titelzusätze für die eidgenössischen Abschlüsse im polizeilichen Bildungssystem als wichtigen Schritt zu mehr Sichtbarkeit sowie zur Aufwertung und Stärkung der höheren Berufsbildung.
Dazu betont Philippe Müller, Präsident des Stiftungsrates des SPI und Sicherheitsdirektor des Kantons Bern: «Durch diese Titelzusätze wird die polizeiliche Bildung besser anerkannt und auf eine Stufe mit den anderen Branchen gestellt – und das ohne Akademisierung des Berufes.».