Das landesweit harmonisierte Lehrmittel Persönliche Sicherheit erscheint in einer völlig neuen Version mit zahlreichen Illustrationen. Es ist in neun Hauptkapitel sowie einen Anhang gegliedert und stützt sich auf praxiserprobte Methoden. Das Lehrmittel fungiert als Referenzwerk für die polizeiliche Aus- und Weiterbildung.
Im Berufsalltag von Polizistinnen und Polizisten umfasst die persönliche Sicherheit alle Massnahmen und Verhaltensweisen, die dazu beitragen, die eigene Unversehrtheit zu schützen und zugleich die Handlungsfähigkeit zu bewahren. Im Einsatz haben die eigene physische Sicherheit sowie jene der Partnerin oder des Partners höchste Priorität. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, die eigene Psyche bestmöglich zu schützen und die Aufmerksamkeit stets auf die Umgebung zu richten. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, um in komplexen Einsatzsituationen angemessen handeln zu können.
Als Ergebnis umfangreicher Arbeiten unter der Federführung von Silvan Gort, Chef des Kommissariats Instruktion der Stadtpolizei Zürich, erscheint das neue Lehrmittel der Grundausbildung Persönliche Sicherheit nun in einer neuen, vollständig überarbeiteten Auflage. Mit der Redaktion wurden die drei technischen Leiter des SPI-Kurses Ausbilderin/Ausbilder Persönliche Sicherheit betraut: Reto Luethi (Kapo BE), David Manco (Kapo TI) und Christophe Tornare (Kapo VD); unterstützt wurden sie durch das erweiterte Team der SPI-Instruktorinnen und -Instruktoren.
Mit diesem Werk wurde eine nationale Doktrin geschaffen, die den angehenden Polizistinnen und Polizisten die Kombination sowie die flüssige und effiziente Abfolge der wichtigsten Techniken und Zwangsmittel (waffenlose Techniken, Einsatzstock, Reizstoffspray oder Handfesseln) unter Wahrung der Verhältnismässigkeit vermittelt. Das Lehrmittel, welches auf eine solide praktische Ausbildung ausgerichtet ist, bildet zugleich die Arbeitsgrundlage für die Weiterbildung. Die Mindestkriterien sowie die wesentlichen Schritte zur Ausführung von Schutz-, Konter-, Kontroll- und Hebeltechniken werden detailliert beschrieben. Zudem liefern spezifische Hinweise allgemeine unterstützende Informationen oder geben Aufschluss über mögliche Varianten.
Ein eigenes Kapitel befasst sich mit den Folgen von Sauerstoffmangel und den entsprechenden präventiven Massnahmen. Der spezifische Fall des agitierten Deliriums sowie die Gefahr des lagebedingten Erstickungstodes (LBET) werden ebenfalls ausführlich beschrieben und mit Blick auf die Anwendung der gelehrten Techniken und Zwangsmittel analysiert.
Die Neuauflage erläutert die Techniken im Detail, doch wie sieht es mit der entsprechenden Polizeitaktik aus? Um diesen zentralen Aspekt abzudecken, der die persönliche Sicherheit mit den anderen praktischen Disziplinen (Polizeischiessen, taktisches Verhalten oder Ordnungsdienst) verbindet, wird derzeit ein neues allgemeines Lehrmittel mit dem Titel Sicherheitspolizeiliche Grundsätze erarbeitet. Die Publikation ist für Anfang 2027 geplant.
Das neue Lehrmittel Persönliche Sicherheit ist mit 112 Seiten deutlich kompakter als die vorherige Ausgabe aus dem Jahr 2015, die noch 216 Seiten umfasste. Es kann in allen drei Sprachen für CHF 49 im E-Shop der Nationalen Bildungsplattform Polizei (NBPP) entweder als digitale Version (E-Book) oder als Printausgabe (A5-Format mit Spiralbindung) bestellt werden.
Auf dem Extranet der NBPP können Polizistinnen und Polizisten das Werk zudem kostenlos einsehen; ein Download oder Ausdruck ist jedoch nicht möglich.